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Historie und Bedeutung



1310 bis heute


Historie

Das Hofgut Imsbach blickt auf eine mehr als 700-jährige Historie zurück. Es wurde urkundlich als Siedlung erstmalig im Jahre 1310 erwähnt. Nach teilweiser Zerstörung im 30-jährigen Krieg wurde es 1715 wieder aufgebaut. Das repräsentative Hofhaus stammt genau aus dieser Zeit. Wenige Jahrzehnte später zur Zeit der französischen Revolution um 1792 wurde das Hofgut zum französischen Nationalgut erklärt.

Im Jahre 1812 schenkte Napoleon Bonaparte das Hofgut seinem verdienten Reiteroberst Charles Louis Narcisse Lapointe. Dieser legte den noch heute erhaltenen Landschaftspark an und baute ein weiteres Wohnhaus für seine Familie.

Nach seinem Tod erbte sein Enkel Louis Albert Lapointe das Hofgut. Er fand seine Ruhestätte in der unweit vom Hofgut gelegenen Gutskapelle mit Familiengruft.


Bedeutung

Seit Ende des 2. Weltkrieges befindet sich das Hofgut in Staatsbesitz und wurde 1987 zum saarländischen Ökologie-Zentrum Hofgut Imsbach umgebaut und seither weiterentwickelt.

Heute finden Sie ein Hotel in naturnaher Bauart, historische Zimmer und Festsäle, eine mit regionalen Produkten ausgestattete Gastronomie im historischen Landschaftspark mit Bioland Betrieb getreu unserem Motto: Natur erleben – genießen – glücklich sein.

Begleiten Sie uns auf einer kleinen Reise durch die Zeit


1310 – 1585

Funde aus keltischer und römischer Zeit
Entstehung der Siedlung Imsbach im Hochmittelalter

1310
Erste urkundliche Erwähnung: Herzog Ferry von Lothringen belehnt seinen Vasallen Arnold von Sierck unter andrem auch mit Imsbach>p>

1318
Bestätigung der Belehnung unter Benennung des Arnold von Sierck für die Erbkastellanei auf der na­hen Schaumburg

Um 1350
Die Siedlung Imsbach fällt wohl infolge der Pestepide­mien wüst.

15./16. Jahrhundert
Es werden lediglich Imsbacher Güter genannt. Der Sied­lungsplatz ist verwaist.

1585
Erstmals findet sich der Begriff "Hofgut" Imsbach. Das wüst gefallene Dorf wird zur Hofsiedlung, die "geson­dert dem Haus Schawenburg" gehört. Ein amtierender Amtmann hat die Nutzung der Güter als Teil seines Ge­haltes inne.


1715 – 1793

Im 17. Jahrhundert wird das Hofgut während dem 30-jährigen Krieg und den folgenden Feldzü­gen Ludwig XIV. zerstört.

Um 1715
Der lothringische Amt­mann Gaspard Le Payen baut das Hofgut wieder auf und verpachtet es an Hofmänner. Das alte Hof­haus stammt aus dieser Zeit. Insbesondere werden auch die Wälder stark ge­nutzt.

Um 1750
Auf dem Hofgut leben mehrere Familien. Neben den Pächtern sind Knechte und Mägde sowie ein herrschaftlicher Jäger nach­weisbar. Außerdem lebt ein Mül­ler samt Familie auf der unweit des Hofgutes gelegenen Imsba­cher Mühle, die Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben wird.

1738
Franz Stefan von Lothringen, der Maria Theresia von Österreich heiratete verzichtet im Tausch gegen die Toskana auf Lothringen. Das Herzog­tum Lothringen fällt an Stanislas Leszczynski, vertriebe­ner König von Polen und Schwiegervater des französi­schen Königs Louis XV.

1766
Nach dem Tode Stanislas geht das Herzogtum samt dem Amt Schaumburg an Frankreich über.

1778/1779
Durch einen Grenzregulierungsvertrag zwischen Frank­reich und Kurtrier kommt das Hofgut Imsbach sowie der lothringische Teil des zweiherrigen Dorfes Theley an Frankreich.

Um 1785
Das Hofgut umfasst etwa 505 Hektar und wird von 46 Personen bewohnt. Die Einkünfte kommen der Staatskas­se des Trierer Kurstaates zugute. Altes Hofhaus aus der Zeit des Gaspard Le Payen. Die Jahreszahl 1811 über dem Portal ist später hinzugefügt worden.

1792/1793
Die Französische Revolution erfasst die Schaumbergregion. Die alte Ordnung bricht zusammen. Die Pächter betreiben das zum Nationalgut deklarierte Hofgut weiter. Die Imsbach gehörte im Rahmen der Neuordnung zur Mairie Theley im Saar­Departement.





1811 – 1855

1811
Die Brüder Martin und Peter Lermen sind im Besitz des Hofgutes und lassen über der Tür des alten Hofhauses ein Monogramm ML samt Jahreszahl 1811 anbringen. Sie versäumen es aber den Besitz durch Kauf in ihr Eigentum zu bringen.

1812
Napoleon schenkt das Hofgut seinem verdienten Offizier Charles Louis Narcisse Lapointe. Dieser war Colonel de Cavallerie und befehligte somit eine berittene Einheit von 1500 Mann. Er hatte sich in zahlreichen Schlachten höchste Verdienste erworben. Er ist am 28. Oktober 1773 in Remilly bei Metz geboren und starb am 31. Juli 1855 auf dem Hofgut lmsbach. Seine Nachfahren sollten das Hofgut bis 1930 besitzen. Der Grabobelisk Lapointes ziert erst sein Grab auf dem Theleyer Friedhof. Nach Erbauung der Kapelle und Überführung der Gebeine wurde auch der Obelisk im Umfeld der Kapelle aufgestellt. Charles Louis Narcisse Lapointe erweiterte das Hofgut maßgeblich. Insbesondere ließ er ein neues Wohnhaus mit schlossartigem Charakter errichten.

1814/1815
Nach dem Sturz Napoleons findet auf dem Wiener Kongress eine Neuordnung Europas statt. Am 28. Mai 1815 wird das Gebiet zwischen Mosel, Rhein und Nahe dem Königreich Preußen zugesprochen. In der Wiener Schlussakte vom 9. Juni 1815 wird in Artikel 49 festgelegt, dass ein Gebiet von 69.000 Seelen im ehemaligen französischen Saar-Departement als Entschädigung für Anstrengungen und Verluste an deutsche Fürsten, die sich an den Befreiungskriegen beteiligt haben, abgegeben werden soll. Dementsprechend erhält der Herzog von Oldenburg einen Landstrich um Birkenfeld zu dem auch die Imsbach gehört.

1815-1817
Nach einer provisorischen Verwaltungsphase ergreift der Herzog von Oldenburg am 16. April 1817 Besitz vom sogenannten Fürstentum Birkenfeld.

1817
Das Hofgut blieb trotz der Zugehörigkeit zum Herzogtum Oldenburg weiterhin im Besitz der Familie Lapointe. Diese hatte neben der Imsbach weiterhin große Besitzungen in der Umgebung von Metz. Da Theley zu Preußen kam wurde die Imsbach zusammen mit Selbach vom Amt Nohfelden verwaltet.

1844/1845
Der Großherzog von Oldenburg bereist sein Fürstentum Birkenfeld und besucht das Hofgut Imsbach. In einer Beschreibung des Fürstentums heißt es zur Imsbach: Der Imsbacher Hof, bei Selbach im Amtsbezirk Nohfelden belegen. Derselbe, von dem jetzigen Besitzer Herrn Lapointe, bedeutend erweitert und verbessert, enthält beinahe 1300 Morgen, darunter 533 Morgen Niederwald, 131 Morgen Wiesen- und 619 Morgen Acker-Ländereien. Man findet hier großartige Ökonomie-Gebäude, eine Mahlmühle, Schmiede, Maschinen zum Säen und Dreschen etc. Es wird vorzüglich Korn, Hafer, Gerste, Buchweizen, Hülsenfrucht und auch Kartoffeln gebaut; der Viehbestand zählt 70-80 Stück Rindvieh und 25-30 Pferde.

1855
Nach dem Tode des Charles Louis Narcisse Lapointe am 31. Juli 1855 erbt sein 24jähriger Enkel Louis Albert Lapointe das Hofgut. Dieser heiratet 1876 Bertha Wilhelmine Böcking aus Abentheur.



1904 – heute

1904
Am 14. Januar 1904 verstirbt Louis Albert Lapointe. Seine trauernde Witwe lässt die Gutskapelle mit Familiengruft errichten.

1919/1920
Durch den Versailler Vertrag entsteht das Saargebiet unter der Verwaltung des Völkerbundes. Die Imsbach gehört nicht dazu, hatte aber eine unmittelbare Grenzlage.

1929/1930
Tod der Witwe Lapointe – die Erben verkaufen das stark verschuldete Hofgut.

1930 bis 1939
Das Hofgut ist im Besitz der Familie Burkhard. Diese hatten bei der Bewirtschaftung des Hofgutes keinen rechten Erfolg.

1937
Durch das sogenannte Groß-Hamburg-Gesetz fällt der oldenburgische Landesteil Birkenfeld an die preußische Rheinprovinz.

1939 bis 1953
Bankier Georg Müller ist im Besitz des Hofgutes.

1946/1947
Fast alle Orte des Amtes Nohfelden werden der französisch besetzten Saar unterstellt und bleiben bis 1955 Teil des Saarstaates.

1953 bis 1965
Das Hofgut Imsbach geht in Staatsbesitz über und wird Justizvollzugsanstalt genutzt.

1965 ff
Verpachtung des Hofgutes an Landwirte

1974
Im Zuge der Gebiets und Verwaltungsreform kommt die Imsbach wieder zu Theley in der Amtsbürgermeisterei Tholey.

1987 ff
Das Hofgut Imsbach wird zum saarländischen Ökologiezentrum umgestaltet.

2005 ff
Übergang des Hofgutes in den Besitz der Naturland Ökoflächen Management GmbH zur Planung eines Landschaftsparks.



Gutskapelle Imsbach

1904
Die Errichtung der Kapelle wurde in diesem Jahr durch Bertha Wilhelmine geborene Böcking für ihren verstorbenen Gatten Charles Louis Narcisse Lapointe veranlasst.

1929
Auch die Witwe Lapointe fand ihre letzte Ruhestätte in der Gruft der Kapelle. Außerdem wurden die sterblichen Überreste des Charles Louis Narcisse Lapointe (1773-1855) in die Kapelle übertragen und sein Grabobelisk in unmittelbarer Nähe aufgestellt.

1953 bis 1965
Zur Zeit der Justizvollzugsanstalt diente die Kapelle als Gefängniskirche.

1980er Jahre Nach Sanierungsmaßnahmen fiel das Bauwerk in einen Dämmerzustand.

2005 bis 2007
Der Verein der Freunde der Gutskapelle Imsbach hat mit erheblichen Barmitteln und geldwerten Leistungen für eine umfassende denkmalgerechte Sanierung der Kapelle und eine ansprechende Gestaltung des Kapellenumfeldes gesorgt.

2008 bis heute
Zukünftig steht die Kapelle als Veranstaltungsort und Außenstandesamt auf Anfrage zur Verfügung.


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Familie König freut sich auf Sie!